Ministerpräsidentin Malu Dreyer zu Besuch in Worms: Unterstützung für mehr Lohngerechtigkeit zwischen Männern und Frauen

2018_07_09_Malu_Sommertour 2_web„Die schlechtere Bezahlung von Frauen im Vergleich zu Männern gehört zu den gravierendsten Benachteiligungen von Frauen im Erwerbsleben. Die rheinland-pfälzische Landesregierung hat vielfältige Maßnahmen ergriffen, die zum Abbau der Lohnlücke beitragen. Um die Umsetzung des Grundsatzes ‚Gleicher Lohn für gleiche oder gleichwertige Arbeit‘ auch in Unternehmen zu unterstützen, wurde die landesweite ‚Kompetenzstelle für freiwillige Lohntests‘ bei der ARBEIT & LEBEN gGmbH initiiert und finanziell durch die Landesregierung unterstützt“, so Ministerpräsidentin Malu Dreyer bei ihrem Besuch in Worms.

In Rheinland-Pfalz verdienen Frauen im Durchschnitt noch immer ca. 20 Prozent weniger als Männer (Stand 2017). Selbst bei Beschäftigten mit vergleichbaren Qualifikationen, Tätigkeiten und Erwerbsbiographien zeigt sich ein deutlicher Verdienstabstand zwischen Männern und Frauen. Hier wird für gleiche oder gleichwertige Arbeit nicht das gleiche Geld bezahlt.

Um Unternehmen dabei zu unterstützen, Benachteiligungen zwischen den Geschlechtern abzubauen und damit als attraktiver Arbeitgeber im Wettbewerb um Fachkräfte zu punkten, führen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Wormser Büro von ARBEIT & LEBEN gGmbH seit 2015 zahlreiche Informationsveranstaltungen und Beratungsgespräche durch.2018_07_09_Malu_Sommertour 4 web

Bei ihrer Sommereise stattete die Ministerpräsidentin nun dem Projekt einen Besuch ab und informierte sich über aktuelle Fortschritte, aber auch Herausforderungen. „Wir freuen uns, dass Frau Dreyer mit Ihrem Besuch noch einmal die Bedeutung des Themas unterstreicht und deutlich macht, dass noch weitere Anstrengungen unternommen werden müssen, um die Lohnlücke zu schließen. Mit unserem Projektangebot können wir Unternehmen dabei passgenau unterstützen“, betonte Gabriele Schneidewind, Geschäftsführerin von ARBEIT & LEBEN gGmbH.

Neben den Projektbeteiligten sowie der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Frankenthal, Birgit Löwer, mit der eine Kooperation besteht, nahm auch Iris Leisenheimer vom Handwerksbetrieb „Leisenheimer – Die Malerwerkstätte“ aus Windesheim am Gespräch mit der Ministerpräsidentin teil. Sie hatte vor einiger Zeit mit Unterstützung von ARBEIT & LEBEN gGmbH die Lohnstruktur im eigenen Betrieb untersucht und schließlich die Stundenlöhne der weiblichen Angestellten angehoben.  Ein solches Engagement wünschten sich die Beteiligten allerdings von noch mehr Unternehmern. Schließlich berührt die Lohnfrage viele Themen, die für zukunftsfähige Arbeitsplätze, gerade in kleinen und mittleren Unternehmen, von Bedeutung sind: Teilzeit und Flexibilisierung, die Vereinbarung Familie/Beruf oder faire Stellenbewertungen. Und zusätzlich soll mit dem neuen „Entgelttransparenzgesetz“, bei dem Beschäftigte u.a. erfahren können, wie viel „vergleichbar arbeitende“ Kollegen des anderen Geschlechts im Durchschnitt verdienen, mehr Transparenz in die Gehaltsstrukturen von Unternehmen kommen. Das alles sind Aspekte der Arbeitswelt, die insbesondere für die jüngeren Generationen eine immer größere Bedeutung bekommen – und auf die sich die Unternehmen entsprechend einstellen müssen.P1040466web

Das Projekt, das durch das Ministerium für Familie, Frauen, Jugend, Integration und Verbraucherschutz (MFFJIV), das Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur (MWWK) sowie den Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördert wird, hat seit Beginn annährend 40 kleine und mittlere Unternehmen zu Fragen der Gleichstellung und geschlechtsneutralen Entlohnung informiert.

„Ich freue mich, dass mir die Kompetenzstelle von vielen Beispielen berichten konnte, in denen gemeinsam mit den Unternehmern Verbesserungen für Frauen erzielt wurden. Dies zeigt uns, dass unser Ansatz, nicht nur die Arbeitnehmerinnen, sondern auch die Unternehmen in der Frage der Entgeltgleichheit in den Blick zu nehmen und zu unterstützen, richtig ist. Ich danke dem Team der ARBEIT & LEBEN gGmbH für seinen engagierten und professionellen Einsatz für die vollständige Gleichstellung von Frauen im Erwerbsleben!“, so Malu Dreyer am Ende ihres Besuches.